Hydrosystem für Cannabis selber bauen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Was ist ein Hydrosystem für den Cannabis Anbau?

Hydrosysteme sind ein Ansatz Pflanzen heran zu züchten, besonders Cannabis, bei dem die Pflanze in einer Lösung heranreift, die aus, mit spezifischen Nährstoffen angereichertem, Wasser besteht. Die mit oder ohne die Unterstützung eines stabilisierenden Bodens, wie etwa Holz, Sand, Stein oder Kies geschehen. Per Definitionem geschieht das Züchten jedoch bei einem Hydrosystem gänzlichen ohne einen Boden.

Warum wird ein Hydrosystem genutzt? Was sind seine Vorteile?

Wer eine Pflanze, egal welcher Art, im eigenen Heim züchtet versucht immer die natürliche Atmosphäre, in der die Pflanze normalerweise wächst, möglichst naturgetreu nachzustellen, denn unter diese Bedingungen wächst die Pflanze ideal. Die Pflanze bekommt, was sie braucht, genau in der Menge und zu dem Zeitpunkt, zu dem sie es braucht. Der große Vorteil eines Hydrosystems gegenüber einem regulären Erdboden ist die verbesserte Kontrolle über diese Faktoren. Ein Erdboden ist ein eigenes Ökosystem. Tausende Faktoren, Mikroorganismen und Bakterien interagieren miteinander und sind quasi nicht mehr kontrollierbar. In der Hydrolösung dagegen können der pH Gehalt, Nährstoffgehalte und die Temperatur genau reguliert werden.

Wahl eines Mediums

Wie oben angedeutet ist es eine wichtige Entscheidung, ob man die Cannabis Pflanze mit oder ohne ein extra Medium heranreifen lässt. Sollte man sich dafür entscheiden, sollte man auf jeden Fall, eine gründliche Reinigung voranstellen, um die Pflanze optimal zu pflegen. Auch das Züchten einer Cannabis Pflanze ohne ein Medium ist nötig. Die Technik nennt sich Nährstoff-Film-Technik (NFT). Hierbei werden die Wurzeln der Pflanze direkt auf einer dünnen Wasserschicht platziert, die ständig zirkuliert. Wichtig ist es dabei die Wurzeln mit einem Tuch oder ähnlichem abzuschirmen, damit sie vor Licht geschützt sind. Solche Materialien findet man in Gartenbaugeschäften. Etwas praktischer sind Steinwolle oder Kokos, doch auch sie sind nur begrenzt wiedernutzbar. Die beliebteste Wahl ist daher nach momentanem Stand Blähton oder ebenso Lavasteine. Sie bieten eine einfache Reinigung und können mehrmals benutzt werden. Zudem sind dieses Beläge porös genug, damit sich die Wurzeln verhaken können und haben einen optimalen pH-Wert (ganz neutral). Ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Züchtung von Cannabis Pflanzen. Abgesehen davon, dass beide prinzipiell gut in einem Hydrosystem funktionieren, haben sie je nach weiteren Variablen spezifische Vorteile, die im Folgenden genauer vorgestellt werden.

Lava Steine sind billig und leicht zu bekommen. Siewerden in Gartenbau- und sogar Deko Läden in großen Säcken verkauft. Die roten, porösen Steine funktionieren gut für jede Pflanze mit robusten, langen Wurzeln. So verhindern sie, dass große Pflanzen sich an den Wurzeln verletzen und abbrechen oder umknicken. Wegen ihrer Größe und Robustheit können sich auch die technsichen Anlagen und Wasserrohre gut abschirmen. Um die Lava Steine vorzubereiten, müssen sie für einige Tage, am besten drei bis vier, einweichen, dann werden sie abgetropft und abgespült. Überhaupt ist die Reinigung besonders wichtig. Auch zwischen verschiedenen Anwendungen. Viele Züchter von Cannabis Pflanzen kaufen daher lieber gleich für jede Anwendung neue Steine, da sie so billig und einfach zu bekommen sind.

Die andere Option ist der Blähton. Hierbei handelt es sich um Schiefergestein. Kieselartige kleine Steine, die man wie Pellets ausstreuen kann. Auch sie können sich gut mit Wasseraufsaugen, dieses speichern, ähnlich wie der Lava Stein. Der große Vorteil ist die einheitliche Größe der kleinen Pellets. Auch lässt sich Schiefer leichter als Lava Steine reinigen. Gerade für Cannabis Pflanzen halten viele Anwender Blähton für das ideale Material. Die Pellets kann man zu einer einheitlichen Ebene ausstreuen, in der die Wurzeln der Pflanze ideal Fuß fassen können. Zudem ist jeder Stein von einer dünnen Wasserschicht umgeben, was die ideale Oberflächenspannung des Schiefergesteins möglich macht. So können die Wurzeln ideal sprießen. Zur Vorbereitung muss man die Blähton Steinchen lediglich gründlichen Abspülen. Sie sind bereits relativ steril, da im Brennprozess der Schieferherstellung eine Sterilisierung erreicht wird. Beachten sollte man dabei nur, dass sich in den kleinen Bläschen-artigen Öffnungen der Steine kein Schimmel gebildet hat oder bildet. Der größte Nachteil der Blähton Steine ist ihre Beschaffung. Gut ausgewählte Bau- oder Gartenmärkte sind hier eine Option, am einfachsten ist jedoch der Kauf über das Internet.

Aufbau des Hydrosystems

Um mit dem Hydrosystem Cannabis Anbau zu beginnen, muss zunächst das Hydrosystem aufgebaut werden – am besten ein System, das perfekt auf die individuellen Bedürfnisse angepasst ist. Daher lohnt es sich in der Regel sich selbst zu überlegen, was für Bestandteile man benötigt und diese dann zu kombinieren, anstatt einfach ein fertiges zu kaufen. Fertige Systeme sind zudem meist überteuert. Für die Meisten funktioniert es beim Cannabis Anbau gut, wenn sie einfach normale Blumentöpfe in Ihr System stellen. Am besten sind solche Töpfe, die mehrere Öffnungen am Boden besitzen. Danach werden die Luftpumpe, ein Schlauch und ein Luftstein, alles Equipment aus dem Aquarium Handel, im Hydrosystem befestigt. So wird das Wasser perfekt belüftet und mit Nährstoffen versorgt. Neben diesem so genannten Luft-Labor System gibt es noch weitere ähnliche Möglichkeiten der Nährstoff und Sauerstoff Versorgung, die alle spezifische, teilweise schwerer als diese Aquarium Ausrüstung zu bekommen sind. Das Ebbe-Flut System funktioniert etwa über einen Timer. In regelmäßigen Abständen wird das ganze Pflanzenbett geflutet, nur damit dann wiederrum das Wasser abgepumpt wird. Auch hier können die regelmäßige Bewässerung und Nährstoffversorgung sichergestellt werden. Die Beflutungs-Entwässerungszyklen werden dabei mit der Zeit immer kürzer: zu Beginn wird alle zwölf Stunden gespült, dann alle zehn, acht, sechs und so weiter. Die Intervalle sollten etwa im Lauf einer Woche verkürzt werden. Allerdings fällt es vielen Anfängern schwer zu entscheiden, wann und wie geflutet werden soll, sodass man sich regelmäßig über das Internet informieren sollte. Allerdings werden Nährstoff Staus durch die regelmäßige Umspülung unwahrscheinlicher, ein häufiges Problem bei anderen Hydrosystemen, wie wir später nochmal genauer erklären. Allen gemein ist, dass sie eine Aufzuchtkammer, ein Tablett oder ähnliches zum beherbergen der Pflanze, eine Unterwasser-Pumpe, ein Liefersystem, eine Uhr mit Timer Funktion und Wachstumslampen benötigen. Auch verschiedene Registrierungssysteme, wie etwa ein ein pH-Wert Messgerät sind für die optimale Heranzucht von Cannabispflanzen sinnvoll.

Ohne Vorbereitung geht nichts

Sterilität ist das A und O der Vorbereitung jede Cannabis Hydrosystems – ganz egal welches man am Ende wählt. Alle Bakterien müssen zunächst beseitigt werden. Dies geht am besten durch das Polieren mit Wasser, Alkohol und Peroxiden. Dafür bestäuben Sie zunächst die Flächen mit Alkohol, wischen dann mit heißem Wasser drüber und ergänzen dann noch eine Politur aus etwa Peroxid. Nach diesem essentiellen Schritt können die individuellen Vorbereitungen des jeweiligen Systems beginnen, also beispielsweise der Aufbau von Pumpe, Luftstein und Schlauch, sowie das Platzieren der Steine. Schließlich werden die noch kleinen Pflanzen auf den Steinen platziert.

Instanthaltung und Pflege des Hydrosystems und Überwachung der Pflanzen

Erst wenn das Hydrosystem fertig vorbereitet und die Cannabis Pflanzen endlich eingesetzt sind, geht die eigentliche Arbeit los. Tägliche Überwachungen und Wartungen sind nun notwendig, hierzu zählen die wichtige Überwachung des pH-Werts (dazu im folgenden Abschnitt mehr), das regelmäßige Sterilisieren des Equipments, die Inspektion der Pflanzen (äußerlich) und vieles mehr.

Zu den wichtigen Aufgaben, die man wirklich täglich durchführen sollte, gehört das Kontrollieren der Pflanzen auf Krankheiten, die Kontrolle des pH-Werts und Sterilisation des Equipments. Immerhin jede Woche sollte man die Nährstofflösung nachfüllen. Im Zuge dieser Arbeit sollte man auch alle Pumpen, Filter, Luftsteine und ähnliches reinigen.

Mögliche Probleme: Kein Ansatz ist perfekt

Kein Ansatz der Cannabis Pflanzen Züchtung ist natürlich perfekt und funktioniert unter Garantie, sonst gäbe es sicher nicht so viele verschiedene. Auch wenn man sich um Wasser – und Nährstoffversorgung bei einem Hydrosystem prinzipiell weniger Sorgen machen muss, so gibt es auch hier Probleme. So können sich Nährstoffe anstauen oder sich der pH-Wert unübersichtlich verändern. Auch sind die Kosten etwas höher. Nicht nur muss man zunächst das Equipment beschaffen, auch der Hydrodünger kostet leider mehr als herkömmlicher Dünger. Auch kannst du deine Cannabis Zöglinge hier natürlich nur einsetzen, wenn sie bereits Wurzeln geschlagen haben. Vorher musst du sie mitunter doch einfach in Kokosfaser oder ähnlichem vom Samen zum Sprössling heranziehen. Gerade für Anfänger, die in kleinem Umfang anbauen, eignen sich diese Systeme jedoch sehr.

Warum ist der pH-Wert so wichtig?

Eine Frage ist immer noch ungeklärt, die, wie bereits angekündigt, im Folgenden beantwortet werden soll, denn sie ist Kern des Geheimnisses, warum Hydrosysteme sich so gut für den Cannabis Pflanzen Anbau eignen. Warum ist die Kontrolle des pH-Wertes so wichtig? Wenn sich der pH-Wert in einem bestimmten Bereich befindet, ist der Nährstoff Zugriff am besten. Ein etwas saurer pH-Wert scheint dabei, zum jetzigen Wissensstand, von Vorteil zu sein. Der zu erreichende Bereich auf der pH-Wert Skala liegt daher etwa zwischen 5.5 und 5.8. Das ganze Theater um den pH-Wert rührt aber auch daher, dass es leider sehr schwierig ist, den pH-Wert in einem vorteilhaften Bereich zu halten – auch bei täglicher Kontrolle. Bemerkt man zu starke Veränderungen bleibt es einem nur, die Nährstofflösung noch öfter als einmal in der Woche zu ändern.

Zusammenfassend: Cannabis Anbau mit Hydrosystem

Cannabis mit Hydrosystem ist auf den ersten Blick beides: eine große Hoffnung auf Erleichterung und erhöhte Effizienz, aber auch ein unbekanntes, teures Unterfangen mit unsicherem Ausgang – zumindest, wenn einem die Expertise fehlt. Da bleibt es nur, zur Nutzung von Hydrosystem zu ermuntern. Das Wissen erweitert sich ständig und, wie eingangs beschrieben, auch im suboptimalen Fall, schwankender pH-Werte, so hat man doch immer noch eine bessere Kontrolle über Nährstoffeingabe als im komplexen, interaktiven System eines Erdbodens.

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