Cannabis-Pflanze – Anatomie der Pflanze

Der Ruf und das Ansehen von Cannabis haben sich in den vergangenen Jahren stark gewan-delt. Von einem schlecht angesehenen und verbotenen Rauschmittel hat sich Cannabis zu einem echten Wundermittel in der alternativen Medizin entwickelt. Besonders aus die aus Cannabispflanzen gewonnenen reinen CBD Produkte sind mittlerweile legal und frei verkäuflich. Sie sind ohne Vorlage eines Rezepts erhältlich. Somit steigt die Nachfrage potentieller Konsumenten und Verbraucher stetig an. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Menschen sich mit dem Anbau von Hanf befassen. Hierzu ist es von enormer Bedeutung, die Anatomie der Pflanze zu kennen und zu verstehen. Dies gilt natürlich nicht nur für diejenigen, die sich selbst aktiv um den Anbau und die Zucht von Hanf bemühen, sondern auch für alle medizinischen Nutzer und Fans der interessanten Wunderpflanze. 

In diesem Beitrag möchten wir uns mit der Anatomie der Hanfpflanzen auseinandersetzen und diese möglichst anschaulich erklären. Es ist von Vorteil, bereits ein gewisses Grundverständnis der Pflanzenkunde zu besitzen, mit dem sich nachfolgende Erläuterung besser veranschaulichen und einprägen lassen. 

Eine wichtige Information vorab: Bei einem erfolgreichen und ertragreichen Anbau von Cannabispflanzen werden ausschließlich weibliche Pflanzen verwendet. Nur die weiblichen Hanfpflanzen sind in der Lage Blütenköpfe zu bilden. Dies hat zur Folge, dass weitaus mehr aktive Substanzen wie CBD oder THC produziert werden können. Außerdem ist anzumerken, dass die weiblichen Pflanzen auch optisch schöner anzusehen sind. Sie wachsen meist höher und verfügen über ein insgesamt stimmigeres Erscheinungsbild. Es ist jedoch zu beachten, dass es nicht nur reine männliche und weibliche Hanfpflanzen gibt, sondern auch sogenannte Zwitterpflanzen entstehen können. Diese sind für den Anbau völlig ungeeignet und sollten in jedem Falle unmittelbar vernichtet werden. 

Die Wurzeln

Wie alle anderen Pflanzenarten auch, besitzt die Hanfpflanze starke Wurzeln, die sich unter der Erdoberfläche ansiedeln. Sie bilden das Grundgerüst der Hanfpflanzen und sind von hoher Bedeutung. Die Wurzeln geben den Hanfpflanzen Halt und sorgen zugleich für die optimale Versorgung. So nehmen sie wichtige Nährstoffe durch den Erdboden auf und leiten diese in den gesamten Organismus weiter. Die Wurzeln sind unterteilt in eine größere und kräftigere Pfahlwurzel und viele zarte Nebenwurzeln. Im Inneren dieses Gebildes befindet sich das sogenannte “Xylem” Dieses ist für die bereits beschriebene Verteilung von Nährstoffen und Wasser im gesamten Bereich der Cannabispflanze verantwortlich.

Die Keimblätter

Keimblätter werden gemeinsam mit der Wurzel während der Embryogenese gebildet. Die Embryogenese beschreibt den Wachstumsprozess, bei dem sich aus einem Samen nach und nach die Wurzeln und somit das Grundgerüst entwickeln. Die Keimsamen sind in der Regel in zweifacher Ausführung vorhanden und stellen das erste Anzeichen für eine baldige richtige Blätterbildung dar. Bereits die Keimblätter sind in der Lage, Fotosynthese zu betreiben.

Hauptstamm und Zweige

Aus den Wurzeln wächst über der Erdoberfläche der Hauptstamm heraus. Dieser ist die Stütze der gesamten Hanfpflanze und bildet den Mittelpunkt, von dem aus sich Zweige und hieran gebundene Blätter abspalten. So liegt es nahe, dass der Hauptstamm zugleich als Verteilungsleiter aufgenommener Nährstoffe dient. An den Außenseiten des Hauptstamms finden sich diverse Blattknoten. Aus ihnen entwickeln sich die vielen kleinen Zweige der Hanfpflanze, die meist paarweise entstehen. Die Abstände zwischen den Zweigen hängen von der Grundsorte der Pflanze ab. Diese lassen sich hauptsächlich in Sativa und Indica Pflanzen unterteilen. Grundsätzlich sind die Abstände der Zweige bei Indicapflanzen geringer als bei Sativapflanzen. Dies ist jedoch nur eine Richtlinie und kann, wie so vieles in der Natur, variieren.

Die Fächerblätter

Die Fächerblätter gelten als das bekannteste Erkennungsmerkmal der Hanfpflanzen. Sie bilden sich aus den Zweigen heraus und wachsen stets in die entgegengesetzte Richtung, somit also von den Zweigen weg nach außen hin. Auch die Fächerblätter wachsen in der Regel paarweise und recht symmetrisch. In ihrer Optik sind auch hier Unterschiede erkennbar. Die Blätter von Sativapflanzen sind hellgrün und besitzen lange, dünne spitzen, wohingegen Indicapflanzen weitaus dunklere Blätter besitzen, die insgesamt breiter und kürzer aussehen.

Die Fächerblätter betreiben Fotosynthese, wandeln also das auf sie herabscheinende Sonnenlicht in Energie um. Sie sind für den gesunden Wachstum der Cannabispflanzen dringend erforderlich und brauchen möglichst viel Licht. Im Schatten oder in Dunklen ist das Betreiben von Fotosynthese kaum möglich. Dies hat zur Folge, dass die gesamte Cannabispflanze nicht ausreichend mit Energie versorgt wird und meist eingeht. 

Die Blüte

Der Hauptblütenstand einer Cannabispflanze wird als Cola bezeichnet. Wie bereits zu Beginn des Textes erwähnt, sind nur die weiblichen Organismen in der Lage, Blüten und Knospen zu bilden. Ein Erkennungsmerkmal des Geschlechts einer Hanfpflanze ist ein kleines weißes Härchen, dass an den Blattknoten zu erkennen ist. Ist dieses nicht vorhanden, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine männliche Gattung. Im Normalfall besitzen die Cannabispflanzen nur einen Hauptblütenbestand. Bei der Anwendung besonderer Techniken oder einem ordnungsgemäßen Beschneiden der Hanfpflanzen ist es jedoch möglich, mehrere Blütenbestände zu erzeugen.

Damit die Blüte sich in ihrer vollen Pracht entfalten und ihren Zweck überhaupt erfüllen kann, sind sogenannte Blütenkelche notwendig. Es handelt sich hierbei um kleine, tropenförmige Kugeln, aus denen sich später die Blüte formt. Wichtig ist jedoch, dass nur die Blütenkelche später auch zu Blüten werden können, die vorab nicht bestäubt worden sind. Hat eine Bestäubung stattgefunden, dienen die Blütenkelche lediglich als eine Art Brutkasten für Samen. 

Stempel

Als Stempel werden die kleinen hellen Härchen aus den Blattknoten bezeichnet. Sie kommen nur bei weiblichen Hanfpflanzen vor und sind für eine erfolgreiche Bestäubung notwendig. Sie dienen somit als Fortpflanzungsorgan. Die Stempel entwickeln sich ganz von allein vor den regelmäßigen Blütenzeiten. In diesen Phasen verändern die Stempel ihre Farbe und werden leicht orange. Sie wachsen deutlich aus den Blütenkelchen hervor, um auf diese weise Pollen zu empfangen und eine Bestäubung zu ermöglichen.

Cannabis-Harz – das Herz der Pflanze

Als Cannabis-Harz oder auch Trichome genannt, bezeichnet sich der wohl interessantes Teil der gesamten Anatomie – die Produktionsstätte von Cannabinoiden. Diese bezeichnen den beliebten Wirkstoff, der auf unterschiedlichste Weise seine Wirkung entfalten kann. Der Cannabis-Harz, aus dem schließlich die gern gesehenen Substanzen gewonnen werden, bildet sich über den Blütenblättern der Hanfpflanzen. Der Harz stellt eine glitzernde, klebrige Schicht dar, die zu Beginn eher durchsichtig zu sein scheint, dann jedoch seine Farbe in ein tiefes Orange-Braun verändert.

Das Trichome ist somit der wertvolle Ertrag eines erfolgreichen Anbaus. Aus ihm werden etwaige Wundermittelchen in Form von Ölen, Pasten, Cremes und Tropfen hergestellt, die bei der Bekämpfung diverser Erkrankungen und Beschwerden mehr und mehr Zuspruch erhalten. Auch das gängiger und allseits bekannte Cannabis als Rauschmittel mit einen erhöhten THC-Anteil wird mittels der Trichome gewonnen.

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