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Indica-Sorten anbauen – Worauf du achten musst

In diesem Artikel erfährst du, worauf beim Anbau der Indica-Sorten zu achten ist. Von der Auswahl der Pflanzen bis zur richtigen Lagerung erhältst du alle wesentlichen Informationen rund um dem Indica Hanf. Damit du erfolgreich deine Pflanzen anbauen und ernten kannst.

Was ist Indica Hanf?

Die Indica-Sorten (Cannabis Indica) sind aus Indien stammende Kulturpflanzen der Familie der Hanfgewächse (Canabaceae). Sein botanischer Name ist Cannabis Indica Lamarck. Der Hanf wird auch Indischer Hanf genannt. Botanisch ist diese Hanfsorte mit der Brennnessel verwandt. Außerdem ist sie dem Hopfen ähnlich und wird meist einen Meter bis maximal zwei Meter groß. Die Indica-Sorte ist eine schnell wachsende, ertragreiche, stark verzweigte Hanfsorte. Der Indische Hanf ist fast immer zweihäusig. Die männlichen Pflanzen wachsen etwas höher und schlanker als die weiblichen Pflanzen.

Diese Hanfart eignet sich besonders gut für die medizinische Verwendung, da ihr Wirkstoffgehalt höher ist als bei anderen Hanf Sorten. Die vielen schräg zur Seite stehenden Zweige bilden besonders viele Blüten aus. Wodurch eine ertragreiche Gewinnung für medizinische Produkte erleichtert wird. Speziell zur Gewinnung von medizinischem Cannabis und Cannabidiol (CBD) ist die Pflanze gut geeignet. Da ihr Wirkstoffgehalt sehr hoch ist.

Wie unterscheiden sich Indica-Sorten von anderen Hanfsorten?

Der Hanf ist eine uralte Kulturpflanze. Die gängigsten Hanfarten sind die Cannabis Indica, Cannabis Sativa und Cannabis Ruderalis Hanf. Auch wenn diese ähnlich sind, unterscheiden sie sich in Aussehen und bezüglich der Anbaubedingungen. Der Indica Hanf kann leicht mit anderen Hanfsorten verwechselt werden. Dem Scheinhanf ist er verblüffend ähnlich und wird sogar in Herbarien verwechselt. Es gibt jedoch ein paar wesentliche Unterscheidungsmerkmale. Das Erscheinungsbild ist buschiger und kleiner als bei verwandten Sorten, wie den Sativa Hanf. Sie ist die Sorte mit der größten Menge an Blüten. Die Blätter sind oval, groß und dunkler als bei der Cannabis Sativa Sorte. Dies ist auch das Hauptunterscheidungsmerkmal zu anderen Sorten. Die Samenmäntel sind stark artikuliert und etwas dunkle und kleiner. Im Aussehen erinnern die Pflanzen an einen Tannenbaum.

Wichtiges zur Auswahl von Saatgut und Pflanzen

Häufig werden Kreuzungen (Hybride) von Indica mit anderen Hanfarten verwendet. Sie haben spannenden Namen wie Zombie Kush und Sugar Black Rose. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass beim Anbau nur Originalsaatgut und Pflanzen verwendet werden dürfen. Beliebt sind Kreuzungen mit Indica und Ruderalis. Sie sind sehr klein und haben dennoch einen hohen Wirkstoffgehalt. Außerdem eignen sie sich auch gut für die Aufzucht im Freien. Da sie ihre Blüten ungeachtet von der Länge der Tageszeit ausbilden.

Viele Sorten oder Kreuzungen werden nach der Dauer des Zeitraums vom Keimen der Samen bis zur vollständig ausgebildeten Blüte bewertet. Beispiele dafür sind Skunk Spezial mit einer Blüte nach neun Wochen und Super Skunk (sieben Wochen). Je geringer der Zeitraum, desto beliebter ist die Kreuzung. Eine beliebte Indica Kreuzung ist Afghaan mit Kush (Special Kush #1). Diese eignet sich besonders gut für die Klimalagen der Nordhalbkugel.

Bei einer verantwortungsbewussten Auswahl der Pflanzen ist zu beachten, dass jede Cannabissorte genetisch einzigartig ist. Sollten deshalb durch exzessive Inzucht von kommerziellen Sorten Mängel auftreten, sind diese vielleicht nicht mehr so widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse. Pflanzenkrankheiten können sich ausbreiten, welche gleich mehrere Felder befallen und vernichten. Neben den finanziellen Einbußen können dadurch ganze Sorten verschwinden.

Beim Kauf ist darauf zu achten, dass ihr Tetrahydrocannabinol (THC) Gehalt unter 0,2 % liegt. Ebenfalls ist anzumerken, dass THC-reiche Hanfprodukte beinahe weltweit durch die, Single Convention on Narcotic Drugs, illegalisiert sind. Für medizinische Zwecke und im Bereich des Nutzhanfes sind länderspezifisch gesonderte Auflagen zu beachten. Für medizinische Zwecke dürfen Cannabispflanzen nach Ernte und Trocknung nur an berechtigte Gewerbetreibende abgegeben werden.

Standortbedingungen – hier gedeiht der Indica Hanf am besten

Neben ihren Ursprüngen in Nordindien, sind die stärksten Anbaugebiete in Afghanistan, Pakistan und im Gebiet des Himalajas. Von den Ursprüngen kann man einiges an die Anforderungen des Standortes ableiten. Bezüglich der Bodenqualität ist Hanf eine verhältnismäßig anspruchslose Kulturpflanze. Für optimalen Wuchs sollte er dennoch reich an Nährstoffen sein. Ein humoser und kalkhaltiger Boden hat sich bewährt. Stark sandhaltige Böden, sowie schwere Tonböden sind weniger für den Anbau geeignet. Der PH-Wert des Bodens sollte ausgeglichen sein bei einem Wert zwischen 7,1-7,6. Er benötigt ein mäßig-feuchtes Klima und hat einen hohen Wärmebedarf. Frost ist dementsprechend zu vermeiden. Besser ist es windgeschützte Standorte zu wählen, da es durch die Wuchshöhe bei Starkwind leichter zu Ernteschäden kommen kann.

Durch den niedrigen Wuchs der Indica Hanfpflanze im Vergleich mit anderen Hanfarten ist ein Heimanbau in der Wachstumsbox (Growbox) oder Glashaus (Gewächshaus) mit Kunstlicht möglich. Für den Anbau im Innenbereich sollte man nicht vergessen, dass Hanf einen starken Eigengeruch hat. Die in der Pflanze enthaltenen Terpene dienen der Parasitenabwehr. Dafür erzeugen sie einen sehr intensiven Geruch und Geschmack, der nicht von jeden als angenehm empfunden wird. Der typisch süßliche Hauch der Pflanze wird durch Cannaflavine erzeugt. Die Ausprägung des Geruchs wird durch Faktoren wie Klima, Wetter und Reifegrad der Pflanze beeinflusst. Speziell die vollen Blütenstände haben einen starken Geruch. Für den Anbau im Innenbereich sollte man daher auf Luftfilter mit Aktivkohle zurückgreifen. Auch starke Raumsprays können die Geruchsbelästigung eindämmen.

Hanf braucht leicht pflanzenverfügbare Nährstoffe. Je nach Ertragsziel ist ein Stickstoffdünger mit 80 kg/ha vor der Aussaat ins Freie zu empfehlen. Dadurch wird der Boden ideal vorbereitet. Danach sollte die Stickstoffgabe mindestens 20 % reduziert werden. Beim Feldanbau sind als Vorfrucht Pflanzen zu vermeiden, die mit dem Stickstoffbedarf des Hanfs in Konkurrenz stehen. Leguminosen sind hier ideal. Ebenfalls helfen Ernterückstände den Boden auf die Anpflanzung vorzubereiten.

So gelingt die Vermehrung von Indica-Sorten

Die Vermehrung erfolgt bei allen Cannabisarten durch Samen oder Stecklinge. Letzteres wird als Klonen bezeichnet. Von der Mutterpflanze schneidet man dazu 8 bis 10 cm lange, kräftige Sprösslinge mit einem scharfen Messer ab. Anschließend werden sie entblättert und sofort in einem Behälter mit warmem Wasser gestellt. Die Anzucht durch Stecklinge erfordert Geschicklichkeit, doch erhält man dadurch rein weibliche Pflanzen. Die Stecklinge schlagen am besten Wurzeln, wenn sie sich in einem warmen Raum mit einer Bodentemperatur von 21-24 °C und einer hohen Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 % befinden. Beispielsweise in einem beheizten Gewächshaus.

Die Wurzelbildung kann auch durch die Zugabe eines Wurzelhormons gefördert werden. Diese beinhalten meist Auxine und Cytokine. Als natürliche Mittel zur Förderung der Wurzelbildung haben sich Zimt und Honig bewährt. Honig hat viele Nährstoffe und ist ein natürliches Mittel gegen Bakterien und Pilzen. Auch Zimt wehrt Schäden durch Pilze ab. Haben die Klone Wurzeln gebildet, können sie in Erde eingetopft werden. Für den Anbau im Innenbereich werden auch andere Substrate wie Tongranulat und Steinwolle verwendet.

Das Keimen der Samen erfolgt im Saatbeet oder mit Quellköpfen. Es ist auch möglich die Samen in einem feuchten Papiertuch vorkeimen zu lassen. Man legt dieses auf einen Teller und dunkelt es ab. Auf eine Temperatur um die 21 C° ist zu achten. Durch diese Methode kann am besten abgeschätzt werden, ob der Samen vermehrungsfähig ist oder nicht. Nach wenigen Tagen sollte die Samenschale aufbrechen. In weiterer Folge wird der Samen ca. 0,5 cm tief in die Erde oder Substrat gesteckt.

In Mitteleuropa beginnt man mit dem Keimen idealerweise im April. Die Samen können Mitte Mai auch direkt ins Freie gesät werden. Der Keimerfolg ist jedoch bei dieser Methode wesentlich geringer. Im Ursprungsgebiet des Himalayas sät sich der Cannabis Indica von selbst aus.

Aufzucht gesunder Pflanzen

Der junge Sämling darf auf keinen Fall austrocknen. Die jungen Hanfpflanzen brauchen relativ viel Wasser. Deshalb ist in dieser Phase auf regelmäßiges Gießen zu achten. Außerdem ist er empfindlich gegenüber direkter Sonnenbestrahlung. Die Lichteinstrahlung hat wesentlichen Einfluss auf die Ausbildung der Wirkstoffe. Klone, die im Schatten wachsen, werden hochwüchsig, schlank und reifen spät. Bei starker Sonneneinstrahlung bleiben sie eher klein, buschig und reifen früher. Vom Genotyp bleiben sie jedoch identisch. Eine Umpflanzung kann erfolgen, sobald die ersten paar Blätter ausgetrieben sind. Eine Auspflanzung ins Freie sollte erst Mitte Mai erfolgen. Gegebenenfalls die Pflanzen vor Spätfrost schützen.

Ab und zu ist die Stängelspitze der neuen Blätter abzuknipsen. Dadurch wird das Verzweigen der Pflanze angeregt. Eine ertragreiche Ausbildung der Blüten wird durch ein gelegentliches Entlauben gefördert. Sobald sich die ersten Blüten ausgebildet haben kann man das Gießen reduzieren. Doch sollte man weiterhin viel Licht zur Verfügung stellen. Dies sorgt für harzreiche Blütenstände. Die Pflanzen haben in den ersten fünf Wochen einen starken Wachstumsschub. Danach beginnt die Reifezeit der Blüte.

Bei der Düngung gehen die Meinungen auseinander. Beim Hanf gilt, weniger ist mehr. Viele Anbauer meinen es zu gut und versorgen die Pflanze mit zu vielen Nährstoffen. Speziell beim Anbau von kleinen Mengen wird gerne auf selbst gemischte Dünger zurückgegriffen. Hier benötigt man jedoch genügend chemisches Grundwissen, um unerwünschte Reaktionen zu vermeiden, die den Pflanzen schaden. Falls man sich für ein Düngen entscheidet, empfehlen sich insbesondere für Anfänger spezielle Düngersets. Hier gibt es auch biologische Varianten. Meist wird der Dünger durch die Bewässerung zu den Pflanzen gebracht.

Was ist bei der Ernte von Indica-Sorten zu beachten?

Die beiden wichtigsten Produkte des Indica Hanfs sind die getrockneten weiblichen Blütenstände (Ganja) und das abgeriebene dunkle Harz (Caras). Ihren Blütenstand hat der Cannabis Indica zwischen sechs und neun Wochen. Dadurch ist die Erntezeit bei der Indica Hanfsorte auf diesen Zeitraum eingeschränkt. Die Ernte ist ein wichtiger Schritt beim Anbau von Indica Hanf. Der Wirkstoffgehalt, die Aromen und generell das Ertragsgewicht kann durch falsche Handhabung verringert werden.

Der geeignete Erntezeitpunkt ist wesentlich für einen guten Ertrag. Stichprobenartig sollen zuvor die Knospen auf Härte kontrolliert werden. Dazu werden sie stichprobenartig leicht angedrückt, um festzustellen, ob sie noch härter werden. Falls dies nicht der Fall ist, kann geerntet werden. Zu häufiges Drücken kann der Blüte schaden.

Die Ernte soll noch vor einer verstärkten Samenbildung erfolgen. Dies ist jedoch vom Verwendungszweck der Blüten abhängig. Eine UV-Lampe während der Blütezeit ist hilfreich bei der Vorbeugung von Schimmel. Es ist darauf zu achten, dass das UV Licht nicht mit der eignen Haut in Berührung kommt. Zu intensive UV-Strahlung kann die DNA schädigen. Auch sollten die Pflanzen dem starken Licht der UV-Lampe nur in Maßen ausgesetzt werden, ansonsten werden die Terpene zerstört.

Das Harz kann auf mehrere Arten geerntet und gewonnen werden. Am hochwertigsten wird es durch das Abreiben der weiblichen Blütenstände mit den Händen. Dabei bleibt das Harz und einige Harzdrüsen an den Handflächen kleben. Diese können dann von der Handfläche gekratzt und geschabt werden. Diese Abreibungen werden im Anschluss verknetet, wodurch eine weiche, dunkle Masse entsteht.

Bei der Ernte sollte die Temperatur geringgehalten werden. Dadurch wird der Geruch eingedämmt. Falls man Aktivkohle Filter hat, ist es gut diese zuzuschalten. Wurde die Indica Pflanze zuvor gedüngt, ist es notwendig 10 bis 14 Tage vor der Ernte nur noch mit Wasser zu gießen. Dies ist wichtig, um etwaige Rückstände in der Pflanze auszuspülen

Die richtige Trocknung und Lagerung

Neben dem richtigen Zeitpunkt der Ernte ist auf eine schonende Trocknung und Lagerung zu achten. Ziel ist es Ernteausfälle durch Schimmel oder Milbenbefall zu vermeiden. Bei der Trocknung ist es empfehlenswert die Pflanzen aufzuhängen. Am besten in einem dunklen Raum mit niedriger Luftfeuchtigkeit. Die Raumtemperatur sollte bei 20° liegen. Zur Förderung der Luftzirkulation ist ein Ventilator hilfreich. Der Trocknungsprozess dauert mindestens eine Woche.

Vor der Trocknung werden die Blüten von den Blättern befreit. Dies wird auch als trimmen bezeichnet. Die Blüten können nass, frisch nach der Ernte, getrimmt werden. Auch das Trimmen nach der Trocknung ist möglich. Anschließend muss die Restfeuchtigkeit fermentiert werden. Dies wird als Aushärtung bezeichnet. Dabei wird organisches Material umgewandelt, wodurch eine Verfeinerung des Aromas herbeigeführt wird. Dies kann mit dem reifen von Käse und Wein vergleichen werden. Für die Fermentierung werden das getrocknete Harz oder die Blüten in ein luftdichtes Behältnis gegeben. Bei kleinen Mengen reicht auch ein Einmachglas. In der ersten Woche wird das Behältnis zum Entweichen der Restfeuchte mehrmals täglich geöffnet. In der zweiten Woche nur noch ab und zu. Der Prozess ist nach zwei bis drei Wochen weitgehend abgeschlossen. Wie beim Käse kann das weitere Reifen die Aromen verstärken. Optimal sind vier bis acht Wochen Reifezeit.

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